Die Leitung des Singens der Gemeinde und bei sog. "Offenen Singen" ist eine besondere Stärke von mir. Ganz unterschiedliche Stimmen - geübte und ungeübte, helle und dunkle, raue und weiche, hohe und tiefe - erklingen gemeinsam und drücken in den Tönen ihre Gefühle aus. Das begeistert mich und ich freue mich über die Töne und Klänge, die entstehen.

Das Dirigieren hat teilweise andere Funktionen als bei der Leitung eines Chores. Hilfreich ist es, wenn die Tonhöhen angedeutet werden, wenn der Inhalt des Textes in Bewegungen übersetzt wird und die "schüchternen" Sänger und Sängerinnen motiviert werden, ihre Stimmen erschallen zu lassen.

Der Rhythmus ist für das Singen ein wichtiges musikalisches Element, das in der Kirche lange vernachlässigt wurde. Rhythmus bedeutet Bewegung, bedeutet Körperlichkeit, bedeutet manchmal sogar Tanz. Der Rhythmus führt zu einer intensiv erlebten Gemeinschaft und bindet die mit ein, die sich nicht zu singen getrauen.

So sieht die Geste - Körper, Arme und Blick - aus, die das gerade erklingende Kyrie eleison klagend und flehentlich zu Gott ruft. Hilfe erwartend, hoffend auf Zuwendung und im Klang schon den Lobgesang antizipierend, der bald die Kirche erfüllen wird.