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Kirchenmusik, Hymnologie &

Systematische Musikwissenschaft -

das sind meine Professionen.

 

Auf den nächsten Seiten finden Sie vielfältige Anregungen zu gottesdienstlichen Fragen und zur Musik im Gottesdienst. Dabei steht besonders das Singen im Zentrum der Überlegungen.

Einerseits sind es praktische Anregungen wie Gottesdienstentwürfe, die verschiedene Klangfarben im Kirchenjahr erklingen lassen, und zum anderen sind es wissenschaftliche Texte zum Singen und zur Liturgiewissenschaft.

Meine Forschungen arbeiten i.d.R. mit empirischen Methoden und untersuchen Musik, insbesondere das Singen und Kirchenmusik.

Ich verstehe mich als Vertreter der empirischen Hymnologie, die noch recht neu und wenig etabliert ist.

Sie finden auch Informationen über Jochen Kaiser.

------- zwei Studien sind gerade neu erschienen und können kostenlos über die untenstehenden Links von Schott-Campus heruntergeladen werden: -------

 

Die Macht der Melodie – oder: Die Beziehung zwischen Text und Melodie musikwissenschaftlich und empirisch untersucht.

Der Artikel besteht aus drei Abschnitten, die getrennt voneinander gelesen werden können: (1) aus einem historischen Blick auf das Kirchenlied »Wie soll ich dich empfangen« von Paul Gerhardt, je mit verschiedenen Melodien, die anhand von hymnologischen Analysen verglichen werden, verfasst in Form einer Erzählung, die an Günter Grass’ Das Treffen in Telgte anknüpft; (2) aus der Auswertung einer empirisch-experimentellen Onlinestudie zu der Bewertung der Melodien von Johann Crüger, Hans Leo Hassler und Johann Georg Ebeling für den Text von »Wie soll ich dich empfangen«; (3) aus praktischen Hinweisen für das Singen des Liedtextes »Wie soll ich dich empfangen«, die sich aus den beiden ersten Teilen ergeben.

 

Das Lied "Wie soll ich dich empfangen" bildet die Grundlage für einen Adventsgottesdienst, den Sie unter dem folgenden Link finden. Es werden die drei Melodien - von Johann Crüger, Johann Georg Ebeling und Hans Leo Hassler - singend einbezogen und mit liturgischen Stücken verbunden. Es ist ein Adventsgottesdienst, die Texte passen am besten zum 4. Advent.

Das Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach.

Eine empirische Studie zum ästhetischen Erleben dieser Musik

in der Weihnachtszeit 2015/16

Das WO ist “das” musikalische Oratorium, welches mit dem Weihnachtsfest geradezu untrennbar verbunden ist. Es steht regelmäßig auf dem Konzertprogramm vieler Kantoreien, weil es auch emotional und ästhetisch

mit dem Weihnachtsgefühl verbunden ist. Nebenbei sind die meisten Aufführungen auch sehr gut besucht.

Doch wer sitzt eigentlich in der Kirche und was nehmen die Hörenden wahr, wenn sie andächtig lauschen?!

Die gerade erschienene Studie geht diesen Fragen nach und ist auf einer Open Access Plattform des Schott Verlages frei zugänglich, kann also von jeder und jedem, der interessiert ist, heruntergeladen werden.

Diese Studie wurde von Jochen Kaiser und Studierenden der Hochschule für Musik und Theater “Felix Mendelssohn Bartholdy” in Leipzig durchgeführt.

Für die kirchenmusikalische Praxis sind zwei Aspekte besonders hervorzuheben:

1. Fast die Hälfte der Befragten – es waren knapp 500 – geben an, dass sie sich selbst als nicht/wenig religiös und spirituell einschätzen. Trotzdem sitzen sie mit großem ästhetischem Genuss in einer Kirche und lauschen den Klängen des WOs.

2. Die Ergebnisse stellen die einfache Ansicht: Kirchenmusik – hier das WO – ist (!) Verkündigung bzw. Kommunikation des Evangeliums aus Sicht der Hörenden infrage. Die Hörenden genießen die Musik und sind erfreut, aber sie hören keine frohe Botschaft oder fühlen sich Gott näher. Die Ergebnisse fordern dazu auf, die inhaltliche Vermittlung der Kirchenmusik zu überdenken und zumindest teilweise zu reformieren.

 

Bitte machen Sie andere Interessierte auf die Studie aufmerksam und ein Austausch über die Ergebnisse würde mich sehr erfreuen!

Singen in Gemeinschaft als ästhetische Kommunikation.

Eine ethnographische Studie

Dieses große Forschungsprojekt von mir, dass das Singen im Gottesdienst und in kirchlichen Veranstaltungen untersucht, ist abgeschlossen. In absehbarer Zeit wird es veröffentlicht.

Sie können mich gerne für Vorträge, wissenschaftliche Dispute oder Fortbildungen ansprechen.

 

Eine knappe Zusammenfassung der Studie - Datengewinnung, Auswertung, Ergebnisse und praktische Konsequenzen für das Singen in der evangelischen Kirche und im Gottesdienst - finden Sie hier:

Spätmoderne ökumenische Tagzeitenliturgien im Dom zu Halberstadt

In den vergangenen drei Jahren entwickelte ich verschiedene spätmoderne Tagzeitenliturgien für den Dom zu Halberstadt. Diese wurden mit einer Vorbereitungsgruppe in Halberstadt besprochen und geübt und dann mit jeweils über 100 Teilnehmenden gefeiert.

Die Metten und Vespern sollten evangelische und katholische Christen ansprechen und darüber hinaus auch Kulturinteressierte, denn in Halberstadt sind nur 15 % der Einwohner Kirchenmitglieder. Der Dom und der Domschatz sind ein wichtiges kulturelles Wahrzeichen der Stadt.

In Aufnahme von alten Traditionen und neuen religiösen Zugängen wurden die Metten und Vespern so gefeiert, dass der Dom nicht als Museum, sondern als lebendiger liturgischer Ort erfahren werden konnte.

Wenn Sie auf den Link "Gottesdienstideen" und dann auf "Spätmoderne Tagzeitenliturgien" klicken, finden Sie einige ausführliche Beispiele, mit Bildern, Texten, Videos und Klangbeispielen.

 

Die spätmodernen Metten und Vespern sind in jeder Kirche möglich und können traditionelles Stundengebet und spätmoderne Religiosität verbinden. 

Als Termine bieten sich Tage an, die mit der jeweiligen Kirche verbunden sind, z.B. Namenstage der Kirchenpatrone oder kirchliche Feste, die künstlerisch gestaltet in der Kirche zu finden sind. Auch allgemeine Sonntag, wie der Ewigkeitssonntag, z.B. in Verbindung mit einem mittelalterlichen Radleuchter sind für diese Gottesdienstformen zwischen Tradition und performativer Aneignung denkbar. Regionale Anlässe wie Stadtfeste, Einschulungen, Schulabschlüsse und andere neue Kasualien würden gut in das Konzept passen.

Besonders Tage, an denen Menschen religiös offen sind, sollten mit diesen Tagzeitenliturgien gefeiert werden, z.B. Aschermittwoch oder der Johannistag oder Silvester.

Falls Sie Interesse an der Entwicklung konkreter spätmoderner Tagzeitenliturgien für Ihre Kirche haben, stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung. Melden Sie sich einfach!

 

Mit diesem Link werden Sie zu einigen Beispielen für "Spätmoderne Tagzeitenliturgien" weitergeleitet:

 

Gerne können Sie auch bei anderen Anliegen, im Bereich Gottesdienst und seiner Musik, mit mir Kontakt aufnehmen. Beispielsweise, wenn Sie die Einführungen in kirchenmusikalische Werke, die auf den Unterseiten abgedruckt sind, übernehmen wollen.

Ich freue mich über neue Anregungen und kontroverse Diskussionen!

Anfragen zu Vorträgen und Workshops können Sie an mich richten.

 

Ich bin gespannt und grüße herzlich

 

Jochen Kaiser

 

Foto: Uwe Meißner
Foto: Uwe Meißner