Leiter | Forschung | Organisationsentwicklung | Future Skills im Hochschulkontext | Kompetenzentwicklung im Hochschulkontext | Ästhetische Bildung und Zukunft
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Profil
Führungspersönlichkeit an der Schnittstelle von Kunst, Ästhetik, Wissenschaft, Hoch-schul- und Zukunftsentwicklung. Langjährige Leitungserfahrung in Bildungs- und Kultur-organisationen sowie Forschungstätigkeit in der systematischen Musikwissenschaft.
Erfahrung in strategischer Hochschulentwicklung, Organisationsentwicklung und Governance. Arbeitet strukturiert, dialogorientiert und mit einem klaren Fokus auf die Verbindung von künstlerischer Praxis, Forschung und gesellschaftlicher Wirkung.
Mein Motte: Ich entwickle tragfähige Strukturen für zukunftsfähige, transdisziplinäre Bildungsangebote und Organisationen.
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Berufliche Stationen
Seit 2023
Rektor – Hochschule für Kirchenmusik (EKvW)
Verantwortlich für Studium, Strategie, Organisation, Mitarbeitende und Budget
· Einwerbung von Drittmitteln für die Weiterführung einer Stiftungsprofessur.
· Zusammenführung von zwei Standorten.
· Entwicklung und Einführung eines kompetenzorientierten Modul- und Studienplans.
· Weiterentwicklung des Profils der Hochschule im Spannungsfeld von Tradition und gesellschaftlichen Anforderungen.
· Leitung von Gremien sowie Abstimmungen mit Kuratorium und kirchlicher Leitung.
· Verantwortliche Leitung von Stipendienprogrammen.
· Kooperationen für Future Skills gestartet mit der RUB, EvH, Uni Witten-Herdecke.
2017–2023
Fachmitarbeiter Musik & Organisationsentwicklung – Reformierte Kirche Kanton Zürich
· Mitwirkung an Kompetenzstrukturmodellen (teamorientiert, interprofessionell).
· Konzeption und Erprobung interprofessioneller Programme.
· Organisationsentwicklung und Projektleitung.
· Begleitung selbstorganisierter Teams und Gemeinden.
2017
Zentrum für Qualitätsentwicklung im Gottesdienst (EKD), Hildesheim
· Entwicklung von Modellen zur Bewertung von Qualität im ästhetischen Erleben.
· Übertragung von Qualitätskriterien & -modellen auf ästhetische Prozesse.
2013–2016
Post-Doc und Assistent von Prof. Dr. Peter Bubmann – FAU Erlangen-Nürnberg
· Einwerbung von Drittmitteln für die eigene Stelle.
· Forschung und Lehre in systematischer Musikwissenschaft, Religions- & Musikpä-dagogik (neben der FAU auch an der Musikhochschule in Leipzig).
· Untersuchung musikalischer Praxis aus ethnografischer und ästhetischer Sicht.
· Entwicklung eines ethnografischen Zugangs zum Singen für die Systematische Musikwissenschaft.
· «Erlebnisorientierte Liedanalyse» und «performative turn» in der Hymnologie.
· Mitarbeit im Interdisziplinären Zentrum für Ästhetische Bildung.
· DFG-Anträge für eine Weiterführung der wissenschaftlichen Arbeit.
1996–2012
Kirchenmusiker – in Marburg und in Wernigerode
· Künstlerische und organisatorische Verantwortung für Konzertreihen und kulturelle Projekte.
· Entwicklung von Musikprogrammen, die überregional Aufmerksamkeit erregten.
· Zusammenarbeit mit Stadt, Universität und kulturellen Institutionen.
2000–2004
Mitglied der Kulturkommission – Universitätsstadt Marburg
· Mitwirkung an kulturpolitischen Entwicklungsprozessen.
· Netzwerkarbeit zwischen Kulturinstitutionen, Verwaltung und Bürgern.
Wissenschaftliche Qualifikation
· Dr. phil. (Promotion).
· Zweite Monografie (Habilitationsäquivalent) – ethnografische Studie über ästheti-sches Erleben beim Singen.
Forschungsschwerpunkte: Ästhetische Erfahrung, Musik und Wahrnehmung, Kulturtheorie, Ethnografische Zugänge in der Musikwissenschaft sowie Verbindung von künstlerischer Praxis und wissenschaftlicher Reflexion.
Wissenschaftliche und Künstlerische Lehre
· Universitäten in Leipzig, Bern und Erlangen.
· Musikhochschule Leipzig und Zürcher Hochschule der Künste.
· Lehrtätigkeit in Musikwissenschaft, Theologie, Musik- und Religionspädagogik sowie ästhetischer Bildung.
· Internationale Projekte und Lehre neben Schweiz und Deutschland auch in Addis Ababa (Äthiopien)
Leitungs- und Fachkompetenzen
· Strategische Hochschulentwicklung.
· Organisationsentwicklung und Veränderungsprozesse.
· Governance und Gremienarbeit.
· Curriculumentwicklung (kompetenzorientiert).
· Projektsteuerung in komplexen Organisationen.
· Qualitätsentwicklung und Evaluation.
· Interprofessionelle Zusammenarbeit.
· Modelle und Entwicklungen für Zukunftskompetenzen
Sprachen
Deutsch (Muttersprache).
Englisch (sehr gut).
Französisch (solide Grundkenntnisse).
Amharisch (Grundkenntnisse).
Weiterbildung
CAS Organisationsentwicklung: systemisch und agil (Universität Mainz, 2025)
Kompetenz entsteht nicht durch Stoffverteilung.
Diese Erfahrung kenne ich aus der Musik: Können entwickelt sich durch Übung, Reflexion, Wiederholung, Rückmeldung und durch die Motivation, über längere Zeit an einem Ziel zu arbeiten. Für Hochschulen bedeutet das: Curricula müssen nicht nur Inhalte ordnen, sondern Entwicklungswege ermöglichen.
In der Weiterentwicklung von Studienstrukturen interessiert mich deshalb, wie fachliches Wissen, künstlerische Praxis, Selbststeuerung, Zusammenarbeit und professionelle Haltung zusammenwirken. Gute Studiengänge beschreiben nicht nur Module. Sie beschreiben, welche Fähigkeiten Menschen in einer zukünftigen Berufspraxis brauchen — und wie diese Fähigkeiten wachsen können.
Lernen geschieht nicht nur im Unterricht.
Es entsteht in Proben, Gesprächen, Rückmeldungen, Experimenten, Prüfungsformaten, digitalen Umgebungen und in Momenten, in denen Menschen Verantwortung für den eigenen Lernweg übernehmen. Darum interessiert mich Hochschullehre nicht nur als Didaktik, sondern als Gestaltung von Lernräumen.
Dazu gehören Präsenz und digitale Formate, individuelle Förderung und gemeinsames Arbeiten, künstlerische Erfahrung und systematische Reflexion. Besonders spannend werden Lernräume dort, wo sie reale Praxis einbeziehen: Projekte, Aufführungen, Kooperationen, Erprobungen und formative Rückmeldungen.
Prüfungen zeigen, was eine Hochschule wirklich wichtig findet.
Wenn Prüfungen nur abrufen, was vorher vermittelt wurde, bleiben sie oft hinter dem Anspruch kompetenzorientierter Bildung zurück. Mich interessiert, wie Prüfungen selbst zu Lern- und Entwicklungsmomenten werden können: durch Reflexion, Praxisbezug, Zusammenarbeit und die Fähigkeit, Entscheidungen zu begründen.
Ein Beispiel dafür sind Prüfungsformate, in denen Studierende nicht nur individuell Wissen zeigen, sondern gemeinsam Situationen gestalten, Entscheidungen reflektieren und ihre professionelle Haltung sichtbar machen.
Innovation braucht mehr als gute Absichten.
Wenn neue Formate entstehen, stellt sich die Frage: Was verändert sich dadurch? Für wen entsteht ein Unterschied? Woran erkennen wir, ob ein Ansatz trägt? Wirkungsorientierung hilft, Entwicklungsprozesse nicht bei Aktivitäten stehen zu lassen, sondern ihre Bedeutung für Menschen, Organisationen und Gesellschaft zu klären.
Mich interessiert Evaluation nicht als Kontrolle, sondern als Lernschleife. Gute Evaluation fragt nicht nur, ob etwas funktioniert hat. Sie fragt, was wir daraus lernen, was angepasst werden muss und wie aus einem Versuch eine tragfähige Praxis werden kann.
Neue Ideen sind leicht formuliert. Schwieriger ist es, sie in Organisationen wirksam werden zu lassen.
Dafür braucht es Übersetzung: zwischen Fachlogiken, Personen, Gremien, Erwartungen und Ressourcen. Innovation entsteht nicht allein durch Kreativität, sondern durch kluge Prozesse, Beteiligung, Entscheidung und die Fähigkeit, aus ersten Versuchen zu lernen.
Meine Arbeit verbindet deshalb drei Bewegungen: neue Möglichkeiten erkennen, sie in überschaubaren Projekten erproben und daraus institutionelle Entwicklung gestalten.
Mich beschäftigen Hochschulen als Orte, an denen Zukunft vorbereitet wird. Das betrifft Studiengänge und Prüfungen, aber auch Kultur, Führung, Zusammenarbeit und strategische Entwicklung.
Meine Themen sind:
Im Zentrum steht für mich eine einfache Frage:
Wie können Menschen und Organisationen neue Fähigkeiten entwickeln, damit Zukunft nicht nur beschrieben, sondern gestaltet wird?
Mich interessieren Hochschulen als Orte, an denen Zukunft vorbereitet wird. Sie vermitteln Wissen, entwickeln Kompetenzen und schaffen Räume für Reflexion, Begegnung und Innovation.
Die entscheidende Frage lautet: Welchen Beitrag leisten Hochschulen für die Gesellschaft.
Hochschulentwicklung ist kein Selbstzweck. Hier werden Menschen befähigt, Verantwortung zu übernehmen, mit Unsicherheit umzugehen und neue Antworten auf gesellschaftliche Herausforderungen - der Zukunft, die wir noch nicht kennen - zu entwickeln.
Rektor der Hochschule für Kirchenmusik der Evangelischen Kirche von Westfalen (Witten)
Prof. Dr. Jochen Kaiser
