„Ich entwickle Organisationen und Kulturräume, in denen ästhetische Erfahrung gesellschaftliche Zukunft eröffnet.“
Leitung · Organisationsentwicklung · Kultur & Ästhetik
Ich bin aus der Musik gekommen – aus der intensiven Beschäftigung mit ästhetischem Erleben, mit Klang, Ritual und gemeinschaftlichem Erleben. Als musikästhetischer Wissenschaftler und Praktiker hat mich früh interessiert, was Musik in unterschiedlichen Kontexten in Menschen auslöst: wie sie Sinn stiftet, Gemeinschaft formt und Wirklichkeit deutet. Die Liturgie war für mich kein enger Rahmen, sondern ein Labor, in dem ästhetische Formen, Sprache, Körper und Zeit aufeinander treffen.
Mit der Zeit rückten jedoch weniger die einzelnen Formate als vielmehr die Kontexte in den Vordergrund: die Organisationen, die diese Erfahrungen ermöglichen, die Strukturen, die sie tragen oder behindern, und die Menschen, die darin Verantwortung übernehmen. In Forschung, Lehre und Praxis wurde mir immer deutlicher, dass ästhetische Qualität nicht unabhängig von organisationalen Bedingungen entsteht – sondern von ihnen geprägt wird.
Diese Einsicht hat meinen Fokus erweitert. Aus der Arbeit an Musik und Liturgie wurde die Arbeit an Organisationen, an kulturellen Räumen und an Leitungsfragen. Ich begann, Entwicklungsprozesse zu gestalten, Teams zu begleiten, Institutionen strategisch weiterzuentwickeln und Veränderung verantwortlich zu führen. Die ästhetische Perspektive ist dabei nicht verschwunden – sie ist mein Denk- und Wahrnehmungsinstrument geblieben. Sie schärft meinen Blick für Resonanz, für Dynamiken, für das, was Menschen verbindet und bewegt.
Heute arbeite ich als Organisationsentwickler und Kulturleiter. Mich interessiert, wie Institutionen in Zeiten des Wandels handlungsfähig bleiben, wie Kultur als gesellschaftliche Ressource wirksam wird und wie Leitung Räume eröffnet, in denen Zukunft entstehen kann. Die Musik ist geblieben – nicht als Zentrum, sondern als Fundament.
Meine Schwerpunktthemen sind heute:
1. Systemische Organisationsentwicklung
2. Kultur als Beitrag für eine lebenswerte Gesellschaft
3. Entwicklung von kulturellen Einrichtungen und Hochschulen
4. Kirchenentwicklung
a) Singleitung: Unterstützung des emotionales Singens im Gottesdienst
Vermittlung des Handwerks der Singleitung und Sing-Ideen als performative Elemente im Gottesdienst. Viele dieser Ideen sind im dem Buch "Frisch gesungen", das im Schott-Verlag erschienen ist, zu finden (siehe unten).
b) Gottesdienst: Fragen zur liturgischen und musikalischen Qualität
Durch meine Mitarbeit im Zentrum für Qualitätsentwicklung im Gottesdienst (im Jahr 2017 im Michaeliskloster Hildesheim) habe ich mein liturgiewissenschaftliches Wissen und Können um den Bereich der Qualität erweitert. Die Entwicklungen für die Qualität der gottesdienstlichen Musik waren für mich zentral und sind in einer kleinen Artikelreihe in "Forum Kirchenmusik" (2019/2020) nachzulesen.
c) Musik und Gemeindeentwicklung
Musik ist ein wunderbares Medium, um die Kirchgemeinde zu entwickeln. In der reformierten Landeskirche des Kantons Zürich ist es meine Aufgabe, mit Musiker*innen und Kirchgemeinden neue Konzepte für die Kirchenmusik zu finden. Eine kleine empirische Studie ist gerade in Arbeit.
"Singen in Gemeinschaft als ästhetische Kommunikation. Eine ethnographische Studie"
Rektor der Hochschule für Kirchenmusik der Evangelischen Kirche von Westfalen (Witten)
Prof. Dr. Jochen Kaiser
Kulturleiter, Organisationsentwickler und Kulturwissenschaftler mit langjähriger Erfahrung in der strategischen Führung von Bildungs- und Kulturinstitutionen
