* 24. Mai 1971
Seit 2017 arbeite ich in der Organisationsentwicklung, habe viele Teams bei neuen Herausforderungen begleitet und die Hochschule für Kirchenmusik in einem bedeutenden Veränderungsprozess begleitet.
Geboren und aufgewachsen bin ich in Greifswald und hatte dort meine ersten kirchenmusikalische Erlebnisse bei Manfred Schlenker.
Da ich als Christ in der DDR aufgewachsen bin, konnte ich mein Studium und meinen Beruf nicht frei wählen.
So studierte ich in Dresden und Heidelberg Kirchenmusik. Doch war ich immer neugierig auf neue Gebiete und auf die Frage: Warum machen ich/wir, was ich mache und auch noch in dieser Weise...
Deshalb schloss sich ein postgraduales Studium der Liturgiewissenschaft in Leipzig/Halle/Jena und Erfurt an.
Mit der Promotion in Greifswald und dem Second Book an der FAU Erlangen sowie der HMT in Leipzig konnte ich mein Interesse an tieferen Verstehen von ästhetischen Weltzugängen und deren Beitrag für eine lebenswerte Gesellschaft ausbauen.
Berufliche Stationen:
Rektor der Hochschule für Kirchenmusik der Evangelischen Kirche von Westfalen (Herford & Witten)
Fachmitarbeiter für Musik und Gemeindeentwicklung
bei der Evangelisch-reformierten Kirche des Kantons Zürich
Fachstelle "Musik in der Kirche" Evangelische Landeskirche des Kantons Thurgau
Lehrauftrag an der "Zürcher Hochschule der Künste" für das Modul "Populäre Musik im Gottesdienst" im Rahmen des CAS Kirchenmusik Jazz & Pop
Projekte zur Kirchenmusik und filmischen Videogottesdiensten mit dem "Mekane Yesus Seminary" in Addis Abeba (Äthiopien)
Lehrauftrag für Kirchenmusik an der Universität Bern im Herbstsemester 2019
Freier Mitarbeiter beim "Zentrum für Qualitätsentwicklung im Gottesdienst"
im Michaeliskloster Hildesheim
Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Praktische Theologie der FAU Erlangen
Lehrtätigkeit im Bereich "Religionspädagogik" Prof. Dr. Peter Bubmann
Umfangreiche empirische Studie zum Singen in der Kirche (ethnografische Methoden)
Kirchenmusikforschung
empirische Hymnologie
Entwicklung und Durchführung von "Spätmodernen Tagzeitenliturgien" am Dom zu Halberstadt
Lehrerfahrungen an Hochschulen, Universitäten und Kirchenmusikausbildungen in den Fächern: Hymnologie, Singen, Singvermittlung an Kinder, Liturgik, Liturgisches Singen, (systematische) Musikwissenschaft, Musikpädagogik, Kirchenmusik und theologische Kirchenmusik- bzw. Gottesdienstforschung
Kirchenmusikalische Tätigkeit in Leipzig und Halle
Projekte mit verschiedenen Chören, z.B. im Gemeindeverbund Bethanien-Tabor-Heilandskirche.
Kirchenmusiker in Wernigerode (A-Stelle)
Leitung der Kantorei Wernigerode mit mehreren Oratorien im Jahr, Leitung der Kinderchöre mit klassischem Programm, z.B. WO und Singspielen, Leitung des Kirchenchores für gottesdienstliches Singen, Posaunenchor, umfangreiches Konzertprogramm
Kirchenmusiker an der Elisabethkirche in Marburg (Bezirkskantor)
Leitung der Kantorei der Elisabethkirche, Posaunenchor, Flötenchor, Kinderchor, Konzertprogramm und Verantwortung für die Fortbildung der Kirchenmusiker im Kirchenkreis
Musikalische Erfahrungen als Cembalist und Dirigent
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Januar 2013 bis Dezember 2016
5. November 2010 |
Second Book: "Singen in Gemeinschaft als ästhetische Kommunikation" FAU Erlangen und HMZ Leipzig
Promotion zum Dr. phil. an der Philosophischen Fakultät der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald Mentoren: Prof. Dr. M. Schneider, Prof. Dr. P. Bubmann
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Oktober 2003 – November 2007
2000 – 2002
April 1996 – Juli 1996
Oktober 1991 – Juli 1995
September 1989 – September 1991
September 1987 – Juli 1989
Juli 1989 |
Postgraduales Studium der Liturgiewissenschaft an den Universitäten Leipzig/Erfurt/ Halle/Jena, Abschluss: Magister artium Mentor: Prof. Dr. W. Ratzmann
Unterricht in historischen Generalbass & Cembalo bei Dirk Börner in Straßburg
Zusatzstudium Dirigieren an der Hochschule für Musik und Theater Felix Mendelssohn Bartholdy in Leipzig
Studium der Evangelischen Kirchenmusik an der Hochschule für Kirchenmusik in Heidelberg, Juli 1993 B-Examen, Juli 1995 A-Examen
Studium der Evangelischen Kirchenmusik an der Hochschule für Kirchenmusik in Dresden
Ausbildung zum Mechaniker für wissenschaftlichen Geräte- und Ratiomittelbau am Friedrich-Loeffler-Institut, Insel Riems
Abschluss der Allgemeinbildenden Oberschule in Greifswald |
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Mitgliedschaften: Kirchenmusikerverband (seit 1996), Kulturkommission der Universitätsstadt Marburg (2001-2004), IAH (seit 2012), Netzwerk religiöse Liedkultur, Arbeitskreis populäre Kultur und Religion, Arbeitskreis empirische Religionsforschung e.V., Liturgische Konferenz der EKD (Ausschüsse: Tagzeitengebete, Faktoren des Kirchgangs und Säkulare Liturgien), Gesellschaft für Musikforschung (Fachgruppen: Systematische Musikwissenschaft und Kirchenmusik), Netzwerk Kirchenmusikvermittlung
Kompetenz entsteht nicht durch Stoffverteilung.
Diese Erfahrung kenne ich aus der Musik: Können entwickelt sich durch Übung, Reflexion, Wiederholung, Rückmeldung und durch die Motivation, über längere Zeit an einem Ziel zu arbeiten. Für Hochschulen bedeutet das: Curricula müssen nicht nur Inhalte ordnen, sondern Entwicklungswege ermöglichen.
In der Weiterentwicklung von Studienstrukturen interessiert mich deshalb, wie fachliches Wissen, künstlerische Praxis, Selbststeuerung, Zusammenarbeit und professionelle Haltung zusammenwirken. Gute Studiengänge beschreiben nicht nur Module. Sie beschreiben, welche Fähigkeiten Menschen in einer zukünftigen Berufspraxis brauchen — und wie diese Fähigkeiten wachsen können.
Lernen geschieht nicht nur im Unterricht.
Es entsteht in Proben, Gesprächen, Rückmeldungen, Experimenten, Prüfungsformaten, digitalen Umgebungen und in Momenten, in denen Menschen Verantwortung für den eigenen Lernweg übernehmen. Darum interessiert mich Hochschullehre nicht nur als Didaktik, sondern als Gestaltung von Lernräumen.
Dazu gehören Präsenz und digitale Formate, individuelle Förderung und gemeinsames Arbeiten, künstlerische Erfahrung und systematische Reflexion. Besonders spannend werden Lernräume dort, wo sie reale Praxis einbeziehen: Projekte, Aufführungen, Kooperationen, Erprobungen und formative Rückmeldungen.
Prüfungen zeigen, was eine Hochschule wirklich wichtig findet.
Wenn Prüfungen nur abrufen, was vorher vermittelt wurde, bleiben sie oft hinter dem Anspruch kompetenzorientierter Bildung zurück. Mich interessiert, wie Prüfungen selbst zu Lern- und Entwicklungsmomenten werden können: durch Reflexion, Praxisbezug, Zusammenarbeit und die Fähigkeit, Entscheidungen zu begründen.
Ein Beispiel dafür sind Prüfungsformate, in denen Studierende nicht nur individuell Wissen zeigen, sondern gemeinsam Situationen gestalten, Entscheidungen reflektieren und ihre professionelle Haltung sichtbar machen.
Innovation braucht mehr als gute Absichten.
Wenn neue Formate entstehen, stellt sich die Frage: Was verändert sich dadurch? Für wen entsteht ein Unterschied? Woran erkennen wir, ob ein Ansatz trägt? Wirkungsorientierung hilft, Entwicklungsprozesse nicht bei Aktivitäten stehen zu lassen, sondern ihre Bedeutung für Menschen, Organisationen und Gesellschaft zu klären.
Mich interessiert Evaluation nicht als Kontrolle, sondern als Lernschleife. Gute Evaluation fragt nicht nur, ob etwas funktioniert hat. Sie fragt, was wir daraus lernen, was angepasst werden muss und wie aus einem Versuch eine tragfähige Praxis werden kann.
Neue Ideen sind leicht formuliert. Schwieriger ist es, sie in Organisationen wirksam werden zu lassen.
Dafür braucht es Übersetzung: zwischen Fachlogiken, Personen, Gremien, Erwartungen und Ressourcen. Innovation entsteht nicht allein durch Kreativität, sondern durch kluge Prozesse, Beteiligung, Entscheidung und die Fähigkeit, aus ersten Versuchen zu lernen.
Meine Arbeit verbindet deshalb drei Bewegungen: neue Möglichkeiten erkennen, sie in überschaubaren Projekten erproben und daraus institutionelle Entwicklung gestalten.
Mich beschäftigen Hochschulen als Orte, an denen Zukunft vorbereitet wird. Das betrifft Studiengänge und Prüfungen, aber auch Kultur, Führung, Zusammenarbeit und strategische Entwicklung.
Meine Themen sind:
Im Zentrum steht für mich eine einfache Frage:
Wie können Menschen und Organisationen neue Fähigkeiten entwickeln, damit Zukunft nicht nur beschrieben, sondern gestaltet wird?
Mich interessieren Hochschulen als Orte, an denen Zukunft vorbereitet wird. Sie vermitteln Wissen, entwickeln Kompetenzen und schaffen Räume für Reflexion, Begegnung und Innovation.
Die entscheidende Frage lautet: Welchen Beitrag leisten Hochschulen für die Gesellschaft.
Hochschulentwicklung ist kein Selbstzweck. Hier werden Menschen befähigt, Verantwortung zu übernehmen, mit Unsicherheit umzugehen und neue Antworten auf gesellschaftliche Herausforderungen - der Zukunft, die wir noch nicht kennen - zu entwickeln.
Rektor der Hochschule für Kirchenmusik der Evangelischen Kirche von Westfalen (Witten)
Prof. Dr. Jochen Kaiser
