Gospelgottesdienst am Ende des Kirchenjahres
Sehnsucht nach Erlösung – Wir sind alle auf dem Weg zum Paradies
Dieser Gospelgottesdienst war der Abschluss eines Gospelworshops. Anhand der Gospelauswahl ist zu erkennen, dass hautsächlich afrikanische Gospel gesungen wurden. Wichtig war auch, dass die Gemeinde in diesen Gesang einbezogen wurde. Dies geschah in Form von Call-and-response und durch das Mitklopfen eines Rhythmus.
A ERÖFFNUNG & ANRUFUNG
Vorspiel und Chorgesang »Noyana, noyana, nitini noyana, pezulu« aus Südafrika in einem Satz von
Wolfgang Teichmann. Deutsch: Wir sind alle auf dem Weg zum Paradies.
Votum und Begrüßung
Vorschlag: » Im Namen des Vater, des Sohnes und des Heiligen Geistes (Amen). Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn (der Himmel und Erde gemacht hat).
Wie sind alle auf dem Weg zum Paradies – diese Hoffnung wollen wir in diesem Gottesdienst, zu dem ich Sie begrüße, ausdrücken. Die ganze Schöpfung wartet mit Sehnsucht auf die Erlösung. Der Chor des Gospelworkshops wird uns mit Liedern erfreuen und uns hineinnehmen in den sehnsüchtigen Glaubensausdruck der afrikanischen Christen, der manchmal viel existentieller als bei uns ausfällt.
Wir wissen Christus in unserer Mitte und erwarten doch seine Wiederkunft im ersten Lied 152 » Wir warten dein, o Gottes Sohn«.
Gemeindelied EG 152 »Wir warten dein, o Gottes Sohn«
Psalm mit Gemeinde-Kehrvers EG 21 »Sehr auf und erhebt eure Häupter« am Schluss »Noyana«
Als Psalm wurde der 126. gelesen und von der Gemeinde durch den Kehrvers aufgenommen. Nach dem Gloria patri wiederholte der Chor »Noyana« und die Gemeinde war rhythmisch beteiligt, einige sangen auch die Melodie mit.
Einleitung Kyrie
Vorschlag: »Gott, unser Vater, wir sind auf dem Weg zum Paradies, doch wir wissen den Weg manchmal nicht. Wir sind auf dem Weg zum Paradies, doch andere Wege erscheinen manchmal angenehmer und leichter. Wir sind auf dem Weg zum Paradies, doch Du, Herr, kommst uns entgegen. Wir wissen Dich in unserer Mitte und beten Dich an:«
Kyrie mit EG 178.9
Einleitung Gloria
»Höchster, König der Könige, du bist gekrönt, wir singen zu deiner Ehre:«
Chor »Bayeti Nkosi, bayeti, King of Kings, you are crowned, King of africa«
Auch dieses Gospel stammt aus Südafrika und wurde von Wolfgang Teichmann mitgebracht. Er hörte es von Ya Beppo und arrangierte es. Zu deutsch: Höchste, König der Könige, du bist gekrönt, wir singen zu deiner Ehre.
Tagesgebet
»Gott des Lebens, barmherziger Vater, Du hast Deinen Sohn, Jesus Christus in die Welt gesandt, damit er die Welt rette. Er wird wiederkommen als Weltenrichter. Wir bitten dich, lass das Gericht für uns zur Erlösung werden, Dir sei Ehre in Ewigkeit (Amen).«
B VERKÜNDIGUNG & BEKENNTNIS
Epistel Röm 8, 18-23 (24-25)
Chor »Hosanna, Halleluja« aus »Mein Gospel-Liederbuch« Gütersloh, Nr. 50
Hier wurde die Gemeinde mit einbezogen. Sie sang die Melodie, die aus sechs Tönen besteht und zweimal »Hosianna« singt.
Gemeindelied EG 153 »Der Himmel, der ist«
Evangelium Mt 25, 31-46 (mit »Ehr sei dir o Herre« und »Lob sei dir o Christe«)
Chor »Jesu Kristi se baba, alade wura seu, seu«
Dieses Gospel stammt aus Nigeria, Wolfgang Teichmann hat es von Ya Beppo übernommen und in einen Satz gebracht. Es heißt: Wir danken dir, du Krone des Lebens.
Predigt
Glaubensbekenntnis mit EG 184
Fürbitten
Chor »Our father« aus »Mein Gospel-Liederbuch« Gütersloh, Nr. 95
Dieser Song nimmt das Vaterunser auf, allerdings nur mit der Bitte um das tägliche Brot. Die Vertonung und der Sound lassen eine Ahnung aufkommen, wie wichtig das tägliche Brot in Afrika ist.
Vaterunser
Abkündigungen
D SENDUNG & SEGEN
Kanon mit der Gemeinde »Wie in einer zärtlichen Hand sind wir« aus dem Liederbuch »Singt von Hoffnung« Nr. 0109.
Die Gemeinde wurde nicht nur durch das Singen des Kanons, sondern auch mit einer Body-Percussion einbezogen. Sie konnte wählen, singen oder Rhythmus. Beides zusammen ist recht schwierig.
Segen
Musik zum Ausgang: Chor »Geh in Gottes Frieden« aus »Mein Gospel-Liederbuch« Gütersloh, Nr. 82
Kompetenz entsteht nicht durch Stoffverteilung.
Diese Erfahrung kenne ich aus der Musik: Können entwickelt sich durch Übung, Reflexion, Wiederholung, Rückmeldung und durch die Motivation, über längere Zeit an einem Ziel zu arbeiten. Für Hochschulen bedeutet das: Curricula müssen nicht nur Inhalte ordnen, sondern Entwicklungswege ermöglichen.
In der Weiterentwicklung von Studienstrukturen interessiert mich deshalb, wie fachliches Wissen, künstlerische Praxis, Selbststeuerung, Zusammenarbeit und professionelle Haltung zusammenwirken. Gute Studiengänge beschreiben nicht nur Module. Sie beschreiben, welche Fähigkeiten Menschen in einer zukünftigen Berufspraxis brauchen — und wie diese Fähigkeiten wachsen können.
Lernen geschieht nicht nur im Unterricht.
Es entsteht in Proben, Gesprächen, Rückmeldungen, Experimenten, Prüfungsformaten, digitalen Umgebungen und in Momenten, in denen Menschen Verantwortung für den eigenen Lernweg übernehmen. Darum interessiert mich Hochschullehre nicht nur als Didaktik, sondern als Gestaltung von Lernräumen.
Dazu gehören Präsenz und digitale Formate, individuelle Förderung und gemeinsames Arbeiten, künstlerische Erfahrung und systematische Reflexion. Besonders spannend werden Lernräume dort, wo sie reale Praxis einbeziehen: Projekte, Aufführungen, Kooperationen, Erprobungen und formative Rückmeldungen.
Prüfungen zeigen, was eine Hochschule wirklich wichtig findet.
Wenn Prüfungen nur abrufen, was vorher vermittelt wurde, bleiben sie oft hinter dem Anspruch kompetenzorientierter Bildung zurück. Mich interessiert, wie Prüfungen selbst zu Lern- und Entwicklungsmomenten werden können: durch Reflexion, Praxisbezug, Zusammenarbeit und die Fähigkeit, Entscheidungen zu begründen.
Ein Beispiel dafür sind Prüfungsformate, in denen Studierende nicht nur individuell Wissen zeigen, sondern gemeinsam Situationen gestalten, Entscheidungen reflektieren und ihre professionelle Haltung sichtbar machen.
Innovation braucht mehr als gute Absichten.
Wenn neue Formate entstehen, stellt sich die Frage: Was verändert sich dadurch? Für wen entsteht ein Unterschied? Woran erkennen wir, ob ein Ansatz trägt? Wirkungsorientierung hilft, Entwicklungsprozesse nicht bei Aktivitäten stehen zu lassen, sondern ihre Bedeutung für Menschen, Organisationen und Gesellschaft zu klären.
Mich interessiert Evaluation nicht als Kontrolle, sondern als Lernschleife. Gute Evaluation fragt nicht nur, ob etwas funktioniert hat. Sie fragt, was wir daraus lernen, was angepasst werden muss und wie aus einem Versuch eine tragfähige Praxis werden kann.
Neue Ideen sind leicht formuliert. Schwieriger ist es, sie in Organisationen wirksam werden zu lassen.
Dafür braucht es Übersetzung: zwischen Fachlogiken, Personen, Gremien, Erwartungen und Ressourcen. Innovation entsteht nicht allein durch Kreativität, sondern durch kluge Prozesse, Beteiligung, Entscheidung und die Fähigkeit, aus ersten Versuchen zu lernen.
Meine Arbeit verbindet deshalb drei Bewegungen: neue Möglichkeiten erkennen, sie in überschaubaren Projekten erproben und daraus institutionelle Entwicklung gestalten.
Mich beschäftigen Hochschulen als Orte, an denen Zukunft vorbereitet wird. Das betrifft Studiengänge und Prüfungen, aber auch Kultur, Führung, Zusammenarbeit und strategische Entwicklung.
Meine Themen sind:
Im Zentrum steht für mich eine einfache Frage:
Wie können Menschen und Organisationen neue Fähigkeiten entwickeln, damit Zukunft nicht nur beschrieben, sondern gestaltet wird?
Mich interessieren Hochschulen als Orte, an denen Zukunft vorbereitet wird. Sie vermitteln Wissen, entwickeln Kompetenzen und schaffen Räume für Reflexion, Begegnung und Innovation.
Die entscheidende Frage lautet: Welchen Beitrag leisten Hochschulen für die Gesellschaft.
Hochschulentwicklung ist kein Selbstzweck. Hier werden Menschen befähigt, Verantwortung zu übernehmen, mit Unsicherheit umzugehen und neue Antworten auf gesellschaftliche Herausforderungen - der Zukunft, die wir noch nicht kennen - zu entwickeln.
Rektor der Hochschule für Kirchenmusik der Evangelischen Kirche von Westfalen (Witten)
Prof. Dr. Jochen Kaiser
