
Musikalischer Gottesdienst zum Sonntag »Jubilate«
Halleluja! Jauchzet Gott, alle Lande!
Dieser Gottesdienstentwurf wurde am 29. April 2012 in der Liebfrauenkirche in Wernigerode gefeiert. Als Predigttext wurde die Epistel verwendet. Gut vorstellbar wäre auch eine Psalmpredigt über Psalm 66 (vielleicht sogar mit einem Schwerpunkt auf den Versen, die im Gottesdienst sonst nicht gelesen werden).
Ein wichtiger Teil der Gottesdienstes und der Gemeinde ist in diesem Entwurf der Chor. Er tritt der Gemeinde mit liturgischer Funktion gegenüber, z.B. beim Osterkyrie; er tritt in einen Wechselverkehr mit der Gemeinde, verstärkt emotional die Psalmabschnitte und leitet die Gemeinde zum Singen an. Die letztere Aufgabe ist deshalb so wichtig, weil einige Lieder nicht sehr bekannt sind. Damit nicht eine lange Übung mit der Gemeinde die Atmosphäre des Gottesdienstes zerstört, singt der Chor kräftig die Lieder und »reißt« so die Gemeinde mit.
Als Liederbücher sind das EG und das Buch »Singt von Hoffnung« (Anhang an das EG von der sächsischen Landeskirche), allerdings findet man die Lieder auch in anderen Büchern.
Für den Chor ist noch das »Mein Gospelliederbuch« aus dem Gütersloher Verlagshaus, zwei afrikanische Gospel »Bayeti Nkosi« & »Jesu Kristi se baba« in der Fassung von Wolfgang Teichmann und eine kurze Antiphon »Auferstanden ist der Herr, Halleluja« in einer Vertonung von Kurt Grahl verwendet worden. Selbstverständlich können die Chorstücke durch andere ersetzt werden.
A ERÖFFNUNG & ANRUFUNG
Musik Chor und Gemeinde »Singt von Hoffnung« 033 »Wir sind hier zusammen«
Der Chor singt nach einem kurzen Intro des Pianos den Kanon vor, dann wird die Gemeinde in der letzten Gruppe, die mehrmals gesungen wird, eingeladen mitzusingen, sodass die Gemeinde immer nur das österliche Halleluja singt. Wenn die Gemeinde kräftig mitsingt, singt der Chor dreistimmig.
Votum & Begrüßung
Lied SvH 075 »Singt dem Herrn und lobt ihn«
Die Gemeinde wird durch Vor- und Nachsingen angeleitet das Ostinato zweistimmig zu singen und der Chor übernimmt dann die Strophen.
Ps 66,1-3; Gemeinde EG 279,1; Chorstück »Bayeti Nkosi«
Ps 66,4-5; Gemeinde EG 279,2; Chorstück »Jesu Kristi se baba«
Der Psalm durchzieht den ganzen Gottesdienst, immer in einem Dreischritt: Psalmverse – Gemeindestrophe aus dem Psalmlied EG 279 und Chorstück.
Kyrie eleison EG 178.7
Gloria in excelsis – Chor »Auferstanden« eine kleine Antiphon von Kurt Grahl – dann Gemeinde: »Wir wollen alle fröhlich sein« EG 100, 1+2
Wir wollen alle fröhlich sein in dieser österlichen Zeit; denn unser Heil hat Gott bereit'. Halleluja, Halleluja, Halleluja, Halleluja, gelobt sei Christus, Marien Sohn.
2. Es ist erstanden Jesus Christ, der an dem Kreuz gestorben ist, dem sei Lob, Ehr zu aller Frist. Halleluja, Halleluja, Halleluja, Halleluja, gelobt sei Christus, Marien Sohn.
Wiederholung der Antiphon »Auferstanden«
Tagesgebet
B VERKÜNDIGUNG & BEKENNTNIS
Altestamentliche Lesung aus 1. Mose 1
Halleluja der Gemeinde »Gelobt sei Gott im höchsten Thron« EG 103, 1
Gelobt sei Gott im höchsten Thron samt seinem eingebornen Sohn, der für uns hat genug getan. Halleluja, Halleluja, Halleluja.
Ps 66,6-7; Gemeinde EG 279,3; Chorstück »Unter dem Bogen des Bundes stand auch Noah bei der Flut«
Lied SvH 0115 »Wenn das Brot«
Predigt – nach der Predigt Chor »Vorbei sind die Tränen«
Glaubensbekenntnis
Predigtlied EG 412, 4-6
Ps 66,16-20; Gemeinde EG 279,7-8; Chorstück »Our father« Gospelliederbuch S.95
Abkündigungen
Fürbitten & Vater unser
D SENDUNG & SEGEN
Ankündigungen
Lied SvH 097 »Seid nicht bekümmert«
Segen
Musik zum Ausgang: Chor »Du bist heilig« Gospelliederbuch S. 26
Kompetenz entsteht nicht durch Stoffverteilung.
Diese Erfahrung kenne ich aus der Musik: Können entwickelt sich durch Übung, Reflexion, Wiederholung, Rückmeldung und durch die Motivation, über längere Zeit an einem Ziel zu arbeiten. Für Hochschulen bedeutet das: Curricula müssen nicht nur Inhalte ordnen, sondern Entwicklungswege ermöglichen.
In der Weiterentwicklung von Studienstrukturen interessiert mich deshalb, wie fachliches Wissen, künstlerische Praxis, Selbststeuerung, Zusammenarbeit und professionelle Haltung zusammenwirken. Gute Studiengänge beschreiben nicht nur Module. Sie beschreiben, welche Fähigkeiten Menschen in einer zukünftigen Berufspraxis brauchen — und wie diese Fähigkeiten wachsen können.
Lernen geschieht nicht nur im Unterricht.
Es entsteht in Proben, Gesprächen, Rückmeldungen, Experimenten, Prüfungsformaten, digitalen Umgebungen und in Momenten, in denen Menschen Verantwortung für den eigenen Lernweg übernehmen. Darum interessiert mich Hochschullehre nicht nur als Didaktik, sondern als Gestaltung von Lernräumen.
Dazu gehören Präsenz und digitale Formate, individuelle Förderung und gemeinsames Arbeiten, künstlerische Erfahrung und systematische Reflexion. Besonders spannend werden Lernräume dort, wo sie reale Praxis einbeziehen: Projekte, Aufführungen, Kooperationen, Erprobungen und formative Rückmeldungen.
Prüfungen zeigen, was eine Hochschule wirklich wichtig findet.
Wenn Prüfungen nur abrufen, was vorher vermittelt wurde, bleiben sie oft hinter dem Anspruch kompetenzorientierter Bildung zurück. Mich interessiert, wie Prüfungen selbst zu Lern- und Entwicklungsmomenten werden können: durch Reflexion, Praxisbezug, Zusammenarbeit und die Fähigkeit, Entscheidungen zu begründen.
Ein Beispiel dafür sind Prüfungsformate, in denen Studierende nicht nur individuell Wissen zeigen, sondern gemeinsam Situationen gestalten, Entscheidungen reflektieren und ihre professionelle Haltung sichtbar machen.
Innovation braucht mehr als gute Absichten.
Wenn neue Formate entstehen, stellt sich die Frage: Was verändert sich dadurch? Für wen entsteht ein Unterschied? Woran erkennen wir, ob ein Ansatz trägt? Wirkungsorientierung hilft, Entwicklungsprozesse nicht bei Aktivitäten stehen zu lassen, sondern ihre Bedeutung für Menschen, Organisationen und Gesellschaft zu klären.
Mich interessiert Evaluation nicht als Kontrolle, sondern als Lernschleife. Gute Evaluation fragt nicht nur, ob etwas funktioniert hat. Sie fragt, was wir daraus lernen, was angepasst werden muss und wie aus einem Versuch eine tragfähige Praxis werden kann.
Neue Ideen sind leicht formuliert. Schwieriger ist es, sie in Organisationen wirksam werden zu lassen.
Dafür braucht es Übersetzung: zwischen Fachlogiken, Personen, Gremien, Erwartungen und Ressourcen. Innovation entsteht nicht allein durch Kreativität, sondern durch kluge Prozesse, Beteiligung, Entscheidung und die Fähigkeit, aus ersten Versuchen zu lernen.
Meine Arbeit verbindet deshalb drei Bewegungen: neue Möglichkeiten erkennen, sie in überschaubaren Projekten erproben und daraus institutionelle Entwicklung gestalten.
Mich beschäftigen Hochschulen als Orte, an denen Zukunft vorbereitet wird. Das betrifft Studiengänge und Prüfungen, aber auch Kultur, Führung, Zusammenarbeit und strategische Entwicklung.
Meine Themen sind:
Im Zentrum steht für mich eine einfache Frage:
Wie können Menschen und Organisationen neue Fähigkeiten entwickeln, damit Zukunft nicht nur beschrieben, sondern gestaltet wird?
Mich interessieren Hochschulen als Orte, an denen Zukunft vorbereitet wird. Sie vermitteln Wissen, entwickeln Kompetenzen und schaffen Räume für Reflexion, Begegnung und Innovation.
Die entscheidende Frage lautet: Welchen Beitrag leisten Hochschulen für die Gesellschaft.
Hochschulentwicklung ist kein Selbstzweck. Hier werden Menschen befähigt, Verantwortung zu übernehmen, mit Unsicherheit umzugehen und neue Antworten auf gesellschaftliche Herausforderungen - der Zukunft, die wir noch nicht kennen - zu entwickeln.
Rektor der Hochschule für Kirchenmusik der Evangelischen Kirche von Westfalen (Witten)
Prof. Dr. Jochen Kaiser
