Veröffentlichungen und Vorträge


 

Wochenlied / Lied des Tage. Das Proprium in Klanggstalt, in: Peter Bubmann, Alexander Deeg

(Hg.), Ein Gang durch den Gottesdienst im Dialog mit Martin Nicol, Göttingen 2018, 144-150.

 

Singen in der evangelischen Kirche als emotionaler und begeisternder Glaubensausdruck, in: Konrad Klek, Peter Bubmann (Hg.), «Ich sing dir mein Lied» Kirchliches Singen heute. Analysen und Perspektiven, München 2017, 96-115.

Das Kano-Modell wird auf das Singen im Gottesdienst übertragen und dabei

aufgrund empirischer Daten geklärt, wie Begeisterung in unseren Gottesdiensten

(durch das Singen) gefördert werden könnte.

 

Vom Kopf in Herz, Hände und Füße. Ein Plädoyer für emotionale Klänge und bewegende Rhythmen durch alte und neue Lieder im Gottesdienst, in: 3E echt. evangelisch. engagiert. Das Ideenmagazin für die Kirche, 4 (2017), 20-22.

 

Der Leser, das (nicht mehr) unbekannte Wesen. Ergebnisse der Umfrage von «Musik & Kirche», in: Musik & Kirche, 4 (2017), 242-247.

 

Gottesdienste im Kano-Modell, 61-69;

Musik im Gottesdienst – Qualität, 89-100;

mit Folkert Fendler: Zählprojekte (Oldenburg und Herford), 261-274;

in: Folkert Fendler u.a., Handbuch Gottesdienstqualität, Leipzig 2017.

Das «Handbuch für Gottesdienstqualität» fasst die Entwicklungen und Ergebnisse der Arbeit des «Zentrums für Qualitätsentwicklung im Gottesdienst» zusammen. Der Artikel «Kano-Modell» überträgt die fremde Perspektive der «Kundenzufriedenheit» auf den Gottesdienst. Der Artikel über die Qualität der Musik nimmt alle Modelle auf (Donabedian, 3G, Kano und Wirkfelder) und übersetzt sie auf die Musik und das Singen im Gottesdienst. Der Artikel «Zählprojekte» wertet die Gottesdienstteilnahmen eines Jahres im Kirchenkreis Herford aus.

 

Glaubenslieder in glaubensschwachen Zeiten. Zum Lieder Wettbewerb der EKD, in MuK 86 (2016) Heft 6,

368-373.

 

Singen in Gemeinschaft als ästhetische Kommunikation. Eine ethnographische Studie, Wiesbaden 2017

Diese grosse Singstudie ist ein Beitrag zur Erforschung des Singens aus systematisch musikwissenschaftlicher Sicht, also aus ästhetischer, soziologischer und psychologischer. Gleichzeitig ist sie ein Grundlagenwerk für das noch junge Forschungsfeld der "empirischen Hymnologie", denn es werden in die hymnologische Analyse die erklingenden Lieder einbezogen.

 

Die Macht der Melodie – oder: Die Beziehung zwischen Text und Melodie musikwissenschaftlich und empirisch untersucht. Mainz 2016 [Schott Campus, urn:nbn:de:101:1-2016070810182].,

http://schott-campus.com/die-macht-der-melodie/

Der Artikel besteht aus drei Abschnitten, die getrennt voneinander gelesen werden können: (1) aus einem historischen Blick auf das Kirchenlied »Wie soll ich dich empfangen« von Paul Gerhardt, je mit verschiedenen Melodien, die anhand von hymnologischen Analysen verglichen werden, verfasst in Form einer Erzählung, die an Günter Grass’ Das Treffen in Telgte anknüpft; (2) aus der Auswertung einer empirisch-experimentellen Onlinestudie zu der Bewertung der Melodien von Johann Crüger, Hans Leo Hassler und Johann Georg Ebeling für den Text von »Wie soll ich dich empfangen«; (3) aus praktischen Hinweisen für das Singen des Liedtextes »Wie soll ich dich empfangen«, die sich aus den beiden ersten Teilen ergeben.

 

Dieter Trautwein, in: Neue Deutsche Biographie Band 26, Herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften (im Druck).

Dieser kurze Lebenslauf stellt Dieter Trautwein als eine Persönlichkeit vor, die in vielfältigen Zusammenhängen wirkte, als

Liedermacher, ökumenischer Theologe, Stadtdekan von Frankfurt etc.

 

Singen frommer Fangesänge – Fußball oder Gottesdienst, in: Württembergische Blätter für Kirchenmusik 83, (2016), Heft 3, 9-14.

Zwei rituelle Veranstaltungen, bei denen auch gesungen wird. Fußballfangesänge oder Choräle – was unterscheidet das Singen? Der Artikel versucht – durchaus provokativ – das Singen im Fußballstadion auf den Gottesdienst zu übertragen. Wie klänge dann das Singen in der Kirche? Oder: Was würden die Choräle bewirken? Durch die verfremdende Brille des Fußballs sollen einige Aspekte des gottesdienstlichen Singens neu betrachtet werden.

 

Die Evangelischen und ihre Lieder. Ein hymnologischer Überblick vom 16. bis 21. Jahrhundert, in: Michael Klöcker, Uwe Tworuschka (Hg.), Handbuch der Religionen. Kirchen und andere Glaubensgemeinschaften in

Deutschland und im deutschsprachigen Raum, München 1997ff, 48. Ergänzungslieferung,  Juni 2016, 1-55.

Dieser hymnologische Überblick legt besonders Gewicht auf den Zusammenklang von Wort und Ton. Es geht um das deutsche Kirchenlied und da die deutsche Sprache Bedeutungsbetonungen hat, fügt die Melodie mit ihren betonten und unbetonten Klängen eine eigene semantische Ebene, zum Verstehen des Textes hinzu. Während andere hymnologische Darstellungen die Texte der Lieder als Gedichte interpretieren oder theologische Betrachtungen der Texte vorlegen oder die Lebensgeschichten der Lieddichter zum Ausgangspunkt ihrer Vorstellungen machen, soll in dem vorliegenden Überblick das erklingende Lied im Mittelpunkt stehen. Das kann nur unvollkommen gelingen, denn als Darstellungsmedium ist die geschriebene Sprache nicht zu umgehen. Der Artikel folgt der zeitgeschichtlichen Einteilung der Epochen wie sie im Evangelischen Gesangbuch angelegt ist und bespricht jeweils konkrete Lieder mit ihren Beziehungen zwischen Wort und Ton.

 

 

Für (fast) jedes Fest ein Popsong. Rezension: Mit Rock und Pop durchs Kirchenjahr. 50 kreative Gottesdienste. Hrsg. von Wolfgang Metz, Ostfildern 2016, in: MuK 86 (2016), Heft 3, 180-181.

 

mit Julia Müller, Christiane Olschewski, Lisa Wendler, Katrin Enkemeier, Teresa Eichler, Clarissa Renner, Franziska Ernst, Christian Delitz, Marcus Lauer, Jan Friedrich Ramb, Max Giebel, Julian Gebhardt, Uwe Ulbrich, Thomas Bromme

Das Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach. Eine empirische Studie zum ästhetischen Erleben dieser Musik in der Weihnachtszeit 2015/16, Schott Campus <www.schott-campus.com>, Mainz 2016,

urn:nbn:de:101:1-201604063172.

http://schott-campus.com/das-weihnachtsoratorium-von-johann-sebastian-bach/

Das WO ist “das” musikalische Oratorium, welches mit dem Weihnachtsfest geradezu untrennbar verbunden ist. Es steht regelmäßig auf dem Konzertprogramm vieler Kantoreien, weil es auch emotional und ästhetisch mit dem Weihnachtsgefühl verbunden ist. Nebenbei sind die meisten Aufführungen auch sehr gut besucht. Doch wer sitzt eigentlich in der Kirche und was nehmen die Hörenden wahr, wenn sie andächtig lauschen?!

Die vorliegende Studie geht diesen Fragen nach und ist auf einer Open Access Plattform des Schott Verlages frei zugänglich, kann also von jeder und jedem, der interessiert ist, heruntergeladen werden. Diese Studie wurde von Jochen Kaiser und Studierenden der Hochschule für Musik und Theater “Felix Mendelssohn Bartholdy” in Leipzig durchgeführt.

Für die kirchenmusikalische Praxis sind zwei Aspekte besonders hervorzuheben:

1. Fast die Hälfte der Befragten – es waren knapp 500 – geben an, dass sie sich selbst als nicht/wenig religiös und spirituell einschätzen. Trotzdem sitzen sie mit großem ästhetischem Genuss in einer Kirche und lauschen den Klängen des WOs.

2. Die Ergebnisse stellen die einfache Ansicht: Kirchenmusik – hier das WO – ist (!) Verkündigung/Kommunikation des Evangeliums aus Sicht der Hörenden infrage. Die Hörenden genießen die Musik und sind erfreut, aber sie hören keine frohe Botschaft oder fühlen sich Gott näher. Die Ergebnisse fordern dazu auf, die inhaltliche Vermittlung der Kirchenmusik zu überdenken und zumindest teilweise zu

reformieren.

 

Die Lieder, sonntags in der Kirche. Lieder im Gottesdienst zwischen Sinn- und Präsenzkultur, in: Forum Kirchenmusik 67, (2016), Heft 2, 17-23.

Häufig werden die Lieder des kommenden Sonntagsgottesdienstes am Schreibtisch herausgesucht. Dabei wird besonders der Text der Lieder als Bezugspunkt benutzt. Dieses Vorgehen folgt der Idee einer Sinnkultur, die hauptsächlich über Sprache und semantische Beziehung bzw. Verstehen funktioniert. Hans Ulrich Gumbrecht, ein Literaturwissenschaftler, dessen Ideen in diesem Artikel als

Inspirationsquelle dienen, hat dieser Sinnkultur die Präsenzkultur an die Seite gestellt. Lieder werden nur Wirklichkeit, wenn sie gesungen werden und damit erklingen. Dieses Erklingen ist flüchtig und man kann es nicht festhalten und doch entfaltet es Bedeutung. Der Artikel versucht diese Unterscheidung auf das Singen und die Lieder im Gottesdienst zu übertragen.

 

Brauchen wir ein neues Gesangbuch? (III), Zu vielfältigen emotionalen Klängen »verführen«, in MuK 86 (2016), Heft 1, 40-41.

In der Zeitschrift »Musik und Kirche« wird von verschiedenen Theologen und Kirchenmusikern die Frage diskutiert, ob ca. 20 Jahre nach der Einführung des »Evangelischen Gesangbuches« ein neues Gesangbuch notwendig ist. Eine Rezeptionsstudie der Liturgischen Konferenz will diese Frage empirisch klären. Mein Beitrag im »Musik und Kirche« löst den Blick etwas von der Gesangbuchfrage, mit der ja hauptsächlich das »Was« singen wir, entwickelt werden kann. Denn in meinen empirischen Studien zum Singen stellt sich eher die Frage »Wie« singen wird und dafür braucht es kein neues Gesangbuch.

 

Spätmoderne Tagzeitenliturgien im Halberstädter Dom, in: Für den Gottesdienst 83 (2016), 34-43.

Der folgende Artikel in dieser Liste: »›Gefeiert Ökumene‹ im Widerstreit der Konfessionen? Eine Gegenthese zum gemischtkonfessionellen Stundengebet des Domkapitels in Halberstadt« entfaltet die historische Situation am Halberstädter Dom in der Zeit der Reformation, die der katholische Liturgiewissenschaftler Andreas Odenthal untersuchte. In Halberstadt war ein großes Bewusstsein für ökumenische gottesdienstliche Feiern und meine Aufgabe war es, spätmoderne Tagzeitenliturgien zu entwickeln, mit

einem Vorbereitungskreis zu diskutieren, zu proben und dann zu feiern.

Der vorliegende Artikel beschreibt die Voraussetzungen, das Konzept, was hinter den Vespern und Metten stand und die konkreten Liturgien, wie sie dann gefeiert wurden. Sie finden in meiner Internetpräsenz ausführliche Darstellungen dieser Vespern und Metten sowie die Einladung, für Ihre Kirche – vielleicht mit meiner Hilfe – ähnliche Gottesdienste zu entwickeln, die in besonderer Weise den Raum der Kirche und die künstlerischen Ausstattungsgegenstände liturgisch einbeziehen.

 

»Gefeiert Ökumene« im Widerstreit der Konfessionen? Eine Gegenthese zum gemischtkonfessionellen Stundengebet des Domkapitels in Halberstadt, in: Archiv für Liturgiewissenschaft 56 (2014), 223-234.

In der Reformationszeit konvertierten einige Domherren in Halberstadt zum lutherischen Bekenntnis. Der Bischof Heinrich Julius

verlangte von den Domherren, dass sie ihr Stundengebet im Sinne Luthers reformieren. 1591 wurde die neue Ordinatio Cultus Divini fertiggestellt. Das Domkapitel war zu dieser Zeit gemischtkonfessionell. Der katholische Liturgiewissenschaftler Andreas Odenthal hat die Dokumente dieser Reformation ausgewertet. Er vertritt die These, dass die Domherren ab 1591 gemischtkonfessionell (heute würde man sagen ökumenisch) das Stundengebet hielten. Mein Artikel fragt, ob die Dokumente auch der Wirklichkeit entsprechen. Wurde tatsächlich gemeinsam das Stundengebet gehalten?

 

Rezension: Vicco von Bülow, Matthias Nagel (Hg.), Ein bisschen Frieden. Schlager und Kirche im Gespräch, Bielefeld 2014, in: LuK 6 (2015), Heft 3, 94-95.

Die kirchliche Musik und viele kulturelle Angebote der Kirche sind von der sog. »Hochkultur« geprägt. Wenn man den Abfragen des Musikgeschmacks der deutschen Bevölkerung Glauben schenkt, dann ist der deutsche Schlager ein sehr beliebtes Musikgenre. Der Band »Schlager und Kirche« stellt eine Tagung zu diesem Thema vor und bietet interessante Einblicke in das Spannungsverhältnis Kirche und Schlager bzw. »Trivialkultur«. Die Rezension würdigt diese Auseinandersetzung, kritisiert aber doch, dass eine Aufnahme dieser Musik als Ausdruck von Religiosität, teilweise ja auch als Religionsersatz, nicht überzeugend gelingt.

 

345 Auf meinen lieben Gott, in: Liederkunde zum Evangelischen Gesangbuch, Handbuch zum EG 3, 21, 90-93.

Der Artikel interpretiert Text und Musik des bekannten Chorals.

 

Erlebnisorientierte Liedanalyse. Methodenvorstellung und Beispielanalyse, in: Bulletin der »Internationalen Arbeitsgemeinschaft für Hymnologie« 42 (2014), 255-272.

In dem umfangreichen Forschungsprojekt, dass mit empirisch-ethnografischen Methoden das Singen in kirchlichen Kontexten untersuchte, wurde eine Methode entwickelt, die das erklingende Lied untersuchen kann. Diese Methode wird »Erlebnisorientierte Liedanalyse« genannt und in diesem Artikel vorgestellt.

 

Rezension: Alpirsbacher Antiphonale, Stiftung Kirchliche Arbeit Alpirsbach 2013, in: LuK 3 (2014), 84-85.

 

Rezension: Cäcilie Blume, Populäre Musik bei Bestattungen. Eine empirische Studie zur Bestattung als Übergangsritual, Stuttgart 2014, in: LuK 3 (2014), 95-96.

 

Zur Entwicklung und Irritation von Hörgewohnheiten, in: forum erwachsenenbil­dung, Nr. 4, 2014, Themenheft „Resonanzen musikalischer Bildung“, 20-24.

Wie verhält es sich mit der Toleranz gegenüber Musikstilen, die man selbst nicht mag? So lautet die Ausgangsfrage. Der Begriff

Toleranz wird dann aber als ein Beziehungsbegriff zwischen Menschen dargestellt, sodass das Feld Musik und Toleranz neu bestimmt werden muss. https://www.wbv.de/de/journals/zeitschriften/forum-erwachsenenbildung/artikel/shop/detail/name/_/0/1/FEB1404W/nb/0/category/799.html#.VIxjTCuG-aQ

 

Sonntagsgottesdienst. Zwischen Tradition und Innovation – vielfältige musikalische Klänge, in: Stephan A. Reinke (Hg.), Musik im Gottesdienst. Ein Werkbuch, Gütersloh 2014, 35-47.

Dieser Artikel enthält grundlegende Überlegungen für die Musik im Sonntagsgottesdienst. Diese Überlegungen werden am

Ewigkeitssonntag konkret in mehrere Gottesdienstentwürfe übersetzt.

 

Der Chor im Gottesdienst. Herausforderungen und Chancen, in: Forum Kirchenmusik 65, (2014), Heft 4, 2-11.

Aus Sicht eines praktizierenden Kirchenmusikers wurden mögliche Funktionen und Aufgaben des Chores im Gottesdienst entwickelt. Als

Inspirationsquelle wurden unterschiedliche Texte – literarische, liturgiehistorische, Reisebericht u.a. – genutzt. Zehn Thesen bündeln die systematischen Erkenntnisse.

 

Das Triviale als Modus des Erlebens. Populäre Kultur im Gottesdienst und seiner Musik, in: PTh 103, 6 (2014), 227-240.

In diesem Artikel wird vorgeschlagen das Triviale neu zu bewerten. Es sollte nicht mehr abwertend für "den Geschmack" der "kleinen Leute" benutzt werden. Jedes Erleben hat u.a. triviale Anteile der Wahrnehmung, die einfach schön sind, leicht zugänglich, unterhaltsam und nicht langes reflexives Grübeln hervorrufen. Das Triviale ist gerade auch in der Musik ein situativ genutzter Zugang des Erlebens.

 

Erlebnisorientierte Liedanalyse. »Der Lärm verebbt«, in: LuK 1 (2014), 44-49.

In diesem Artikel wird in knapper Form die von mir entwickelte Methode zur empirischen Analyse des Singens von Liedern vorgestellt.

 

Wie erleben Menschen Gott durch geistliche Musik, in: Jochen Arnold, Jochen Kaiser u.a. (Hg.), Gottesklänge ‒ Musik als Quelle und Ausdruck christlichen Glaubens, Leipzig 2013, 45-54.

Beim Erleben von Musik und Gottesdienst spielt die Atmosphäre eine zentrale Rolle. Der Artikel versteht sich als eine Grundlegung der Atmosphäreforschung im Gottesdienst.

 

Rezension: Bastian Rütten, »Da wohnt ein Sehnen tief in uns ...« Das »Neue Geistliche Lied« als Medium der Katechese, in: MuK 83/2013, 241-242.

 

Rhythmus und Kirchenmusik. Theoretische und empirische Beobachtungen, in: Forum Kirchenmusik 63, Nr. 6 (2012), 2-10.

Zwischen Rhythmus und der Musik, die in der Kirche erklingen sollte, bestand über viele Jahrhunderte eine große Spannung. Zwei

biblische Geschichten – der Tanz um das goldene Kalb (2 Mose 32) und das Gottesurteil auf dem Berg Karmel (1 Könige 18) – zeigten, dass Tanz, körperliche Bewegung und Rhythmus kein Weg sind, um sich dem Gott Israels zu nähern. Andere biblische Geschichten wie der Reigentanz der Miriam nach dem rettenden Zug durch das rote Meer (2 Mose 15) oder Davids Tanz vor der Bundeslade (2 Samuel 6) wurden nicht beachtet. In den letzten Jahrzehnten ist der Rhythmus in die Kirche zurückgekehrt. Dieser Entwicklung und der Bedeutung

für das Erleben von Musik spürt dieser Artikel nach.

 

Erwartungen an den Gottesdienst und seine Musik. Empirische Beobachtungen in Erlebniserzählungen von Gottesdienstbesuchern, in: MuK 82 (2012), 308-316.

Die Ergebnisse meiner Dissertation (siehe unten) werden in diesem Artikel auf die Erwartungen an die gottesdienstliche Musik fokussiert und in praktische Vorschläge überführt.

 

Gottesdienst als Aufführung des Glaubens ‒ Vom Theater zum Gottesdienst, in: Für den Gottesdienst, Heft

76, September 2012, 4-14.

In den letzten Jahren wurden die theaterwissenschaftliche Perspektive auf den Gottesdienst angewandt. Dadurch wurde deutlich, wie die Dramaturgie und Inszenierung auch im gottesdienstlichen Geschehen eine wesentliche Rolle spielen. Der vorliegende Artikel wendet sich dem dritten theaterwissenschaftlichen Teil, der Aufführung/Performance zu. Sowohl die Dramaturgie als auch die Inszenierung sind eher planendes Handeln, die Aufführung ist der flüchtige Moment im Kirchenraum, der durch die körperlich

Anwesenden entsteht.

Damit werden Ideen von Erika Fischer-Lichte, die die Theaterwissenschaft als Aufführungswissenschaft entwickelte, auf den Gottesdienst übertragen.

 

Religiöses Erleben durch gottesdienstliche Musik. Eine empirisch-rekonstruktive Studie, in der Reihe APTLH, Göttingen 2012.

Ziel der Untersuchung war die empirische Abbildung des musikalischen Gottesdienstraumes, so, wie er in vielen Gemeinden erlebt werden kann. Der traditionskontinuierliche, also Sonntagsgottesdienst stand im Zentrum des Interesses, ohne andere Gottesdienstformen auszugrenzen. Durch einen Schreibaufruf wurden Gottesdienstbesucher angeregt, musikalische Gottesdiensterlebnisse zu erzählen. Das lesende Wahrnehmen des Schreibimpulses wurde durch eine CD mit fünf kirchenmusikalischen Werken erweitert. Musik wurde als hörbare Realität aufgenommen und Klang sowie Raumgefühl erfahrbar. Darüber hinaus ermöglichte die CD das Erleben einer gottesdienstlich-normierten Situation, denn die Musik und die Lieder sind auch im Gottesdienst, unabhängig vom Wunsch des Einzelnen, vorgegeben. Für die Auswertung der Erlebniserzählungen wurde die Dokumentarische Methode verwendet. Insgesamt konnten 64 Erlebniserzählungen von Personen beiderlei Geschlechts, einer relativ großen Altersspanne von 13-85 Jahren, unterschiedlichen Wohnorten, die über ganz Deutschland verteilt sind, unterschiedlicher Nähe und Ferne zum christlichen Glauben und den kirchlichen Gottesdiensten sowie unterschiedlichen Konfessionen gesammelt und ausgewertet werden.

Für die Musik im Gottesdienst spielt das gemeinsame Singen die Hauptrolle. Ein weiteres Ergebnis stellt das Erlebnis durch die Musik ins Zentrum. Zwei Perspektiven durchziehen die ganze Arbeit. Einmal ist es die gemeinschaftliche Ebene, das Singen lässt die Anwesenden als spirituelle Gemeinschaft erfahren und zum anderen ist es die individuelle Ebene. Die soziokulturelle Prägung und die individuelle Glaubenserfahrung stellen die Frage, wie Gemeinschaft noch möglich ist.

Singen und Musik im Gottesdienst sind individueller und gemeinschaftlicher Glaubensausdruck der Versammelten.

 

Kirche klingt – 77 Lieder für das Kirchenjahr, Jochen Arnold/Klaus-Martin Bresgott (Hg.) Hannover 2011

Liturgisch-hymnologische Beiträge zum Jahr »Reformation und Musik« 2012

»Jesus ist kommen, Grund ewiger Freude« EG 66, 26-29.

»Ehre sei dir, Christe« EG 75, 83-85.

»Auf, auf, mein Herz mit Freuden« EG 112, 105-108.

»Ich will dich lieben, meine Stärke« EG 400, 119-121.

»Der Mond ist aufgegangen« EG 482, 237-240.

»Wachet auf, ruft uns die Stimme« EG 147, 259-262.

»Den die Hirten lobeten sehre« EG 29, 311-313.

Dieser Band, der zum Kirchenmusikjahr 2012 – Reformation und Musik, entstand ist sehr zu empfehlen. Hier werden 77 Lieder hymnologisch-liturgisch besprochen. Für die Praxis besonders interessant ist, dass ein Schwerpunkt dieser Liedanalysen auf »neuen« Ideen zum Singen liegt. 

 

Zur empirischen Erforschung von Kirchenmusik und religiösem Musikerleben, in: Brigit Weyel/Peter Bubmann (Hg.), Praktische Theologie und Musik, VWGTh Bd. 34, Gütersloh 2012, 49-62.

Dieser Aufsatz fragt nach Methoden für die empirische Erforschung von Kirchenmusik. Deutlich wird, dass jede Methode eine bestimmten Teil der Wirklichkeit abbilden kann. Vergleichend werden aufgenommen: Klaus Danzeglocke u.a. (Hg.), Singen im

Gottesdienst, Gütersloh 2011; Stephan Reinke, Musik im Kasualgottesdienst, Göttingen 2010 und Jochen Kaiser, Religiöses Erleben durch gottesdienstliche Musik, Göttingen 2012.

 

Gottesdienst und alltagsästhetische Milieus – Versuch eines »Dritten Blicks«, in: LJ 61 (2011), 187-198.

In der modernen, kirchensoziologischer Sicht ist es beliebt - was an vielfältigen Veröffentlichungen zu erkennen ist - Gottesdienste und andere kirchliche Veranstaltungen nach Vorlieben und Geschmack von bestimmten Gruppen (Milieus) auszurichten. Dieser Aufsatz hinterfragt diese Sicht, da aus theologischer Perspektive - die Gemeinde Jesu Christi, aber auch aus arbeitspraktischer Perspektive - man kann nur bedingt in ein anderes Milieu »schlüpfen«, diese Lösung nicht sinnvoll erscheint. Hinter dieser Idee von Milieugottesdiensten steht ein Konzept von Einheit. Dies trifft nicht mehr auf die ganze Gemeinde zu, sondern nur auf Teilgemeinden. Mit dem postmodernen Konzept des »Thirdspace«, entfaltet mit drei Wissenschaftlern - Homi K. Bhabha, Edward Soja und Donald W. Winnicott - wird ein Weg darüber hinaus probiert.

 

 

Liturgischer Entwurf für einen Musikalischen Gottesdienst am Karfreitag, 22. April 2011 in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Wolfgang Ratzmann,

www.theologie-online.info/resources/11-04-22-kaiser-ratzmann.pdf.

Dieser Gottesdienstentwurf ist auf der Seite "Gottesdienstideen - Gottesdienst Entwürfe" zu finden.

 

Kommentar aus Sicht einer empirischen Kirchenmusikstudie, in: Klaus Danze­glocke/Andreas Heye/Stephan Reinke/Harald Schroeter-Wittke, Singen im Gottes­dienst, Ergebnisse und Deutungen einer empirischen

Untersuchung in evangelischen Gemeinden, Im Auftrag der Liturgischen Konferenz, Gütersloh 2011, 79-90.

Dieser Band über das gottesdienstliche Singen ist ein wichtiges Dokument zur Stärkung des Singens als religiöse Praxis, insbesondere in christlichen Gottesdiensten. Ausgehend von einer groß angelegten empirischen (quantitativen) Studie, kommentieren Fachleute aus verschiedenen kirchlichen Arbeitsbereichen die Ergebnisse.

 

Liturgischer Entwurf für einen Musikalischen Reformationsgottesdienst, 31. Oktober 2010 in Zusammenarbeit mit der Superintendentin Angelika Zädow, www.predigten.uni-goettingen.de/bgpredigt.php?id=255&kennung=de.

Dieser Gottesdienstentwurf ist auf der Seite "Gottesdienstideen - Gottesdienst Entwürfe" zu finden.

 

 

»Ich singe dir mit Herz und Mund, Herr, meines Herzens Lust« – Musikerlebnisse im Gottesdienst – empirisch-rekonstruktive Kirchenmusikforschung, in: epd 47 (2009), Musik und (ihre) Mission – Im Schnittfeld von Gemeindeentwicklung und empirischer Forschung, Tagung des Sozialwissenschaftlichen Instituts der EKD vom 22. bis 24 Juni im Kloster Volkenroda, Frankfurt/Main 2009, 21-27.

Das Erleben von Musik im Gottesdienst wird einer sinngenetische Typologie klassifiziert. Erkennbar wird so, dass die Teilnehmenden im Gottesdienst die Musik (wahrscheinlich ja den ganzen Gottesdienst, hier aber fokussiert auf die Musik) in ihrem persönlichen Kontext wahrnehmen.